Wissbergimpressionen

Von Feld und Reben, herrlich bist umgeben
Du liegst im Tale – breit und schön verteilt
im Norden sich des Wissberg´s Höhen – sanft erheben
auf dessen Reben – lang – die Tagessonn´ verweilt

Wo in der Eiszeit – tummelten sich Haie,
erlosch´ner Fische Zähne – konntest finden lang
erhaben sich die Spitz, auf 250m/N.N., uns zeigt
weil, Deiner Reben Minderheit, uns deren Güte nie verzeiht
wird es mir heute – Angst und Bang

Mit Deinen schönen Weinbergslagen
Kapelle, Saukopf, Goldberg, Bockshaut und so fort
dran ranken sich die schönsten Sagen
die schön beschreiben diesen – unsren – Ort

So manches Lied wurd´ hier geschrieben
so manches Leid wurd´ hier gesehn
gar mancher ist – in Dir geblieben
weil Erdrutsche – hier – stets geschehn

Auch vieles Schönes gab es zu berichten
was Land und Leute hier „verbockt“
um diesen Ort da ranken sich Geschichten
und zeigen auf – sich – auch gar mancher hat verzockt

Die Abende, nach schwerer – körperlicher – Fron
noch fertig – stark von Arbeit schwitzend
genoss man vor dem Tore sitzend
‚nen schönen Riesling, Faber, Scheureb, Saukopf in der Hand
weshalb ganz schnell des Dorfs Geselligkeit man fand
wenn sand’t St. Martin, – sein Angelus uns – dessen Ton

Des Sonntags sich die Alten trafen
zum Skat oder die Würfel warfen
manch Neues machte seine Rund
geschlossen ward auch mancher Bund
war‘n in die Winzerhalle wir geraten
während zu Haus die Frauen tagten
Kaffee und Kuchen machten schön die Rund
ward es den „Männern schnell zu bunt

Und starb ein Beckelemer einmal in seinem geliebten Haus
kam schnell der Schäcke, Neckl mit soim Max
zog unweit er – der Großeltern – zu Hause
die Totenkutsche uff die Gass
sollt putzen helfen diesen schwarzen Wagen
ach hab´ ich dieses so gehasst

Sitzend unterm Apfelbäumchen
genieß ich still mein Goldberg Träumchen
Opa in unsrer Mitte steht,
derweil- der Kirchtum Schlag – herüberweht

Mit dem Glase in der Hand
lud’t ein er – wer sich hier befand
im Kreis um ihn – gesellt sich froh
grad wie Jahrhunderte schon so
der bunte Leser- Helferschar,
die sich hier traf – wie jedes Jahr.

Aufgetischt, wurd´ nur vom Besten
edler Rheinhess, aus eig´nem Fass
von eigner Wutz, sonst nur zu Festen
aß und trank man – an des Wingerts Gass

Und kam ein Wandrer -Weinbergschütz – ein Irgendwer
vorbei an der ill-ust-ren Tafel
dann hieß es einfach, setzt Dich her
greife zu – und stopf den Schnabel
dass was hier steht, dass reicht für mehr

Gesungen wurd aus voller Kehle
geschunkelt auch – und viel getanzt
auch gab es sehr viel – zu erzählen
so es denn zuließ – unser – voller Wanst

Aus voller Kehle wir dann sangen
das schönste – unsrer Heimat – Lied
vor Kälte, Wein die Wangen brannten
schön war’s -grad – wie ein jeder sieht

„Gau – Bickelheimer Lied:
1. Am Wiesbachstrand ein Dörfchen liegt – Gau-Bickelheim –
Ein muntres Leben in sich birgt – das kommt vom Wein.
Da ist die Stimmung immer gut – bei Groß und Klein
das Bier gibt uns nur wenig Mut, nur unser Wein der tut uns fein.

Gau-Bickelheim – Du – Perle von Rheinhessen,
Gau-Bickelheim – wie lieb ich Dich so sehr.
:Wer Dich geseh´n – ist ganz von Dir besessen
Und trinkt das nächste Mal bestimmt noch mehr!:

2. Und in dem Dorf – ‚ne Einigkeit – dass man nur staunt.
Drum ist man immer froh hier – und – stets gut gelaunt.
Da singt und schunkelt man – vereint beim gold‘nen Wein.
Mitunter auch – bis in die tiefe Nacht hinein.

Gau-Bickelheim – Du – Perle von Rheinhessen,
Gau-Bickelheim – wie lieb ich Dich so sehr.
:Wer Dich geseh´n – ist ganz von Dir besessen
Und trinkt das nächste Mal bestimmt noch mehr!:

3. Doch mancher hat auch schon verspürt – des Weines herbe Kraft.
Weil er hat ausprobiert – zu oft – der edlen Reben Saft.
Nach Hause fand er schwer den Weg – beim Dämmerschein.
Die Straß´ – die er sonst nie verfehlt – ist heut zu klein.

Gau-Bickelheim – Du – Perle von Rheinhessen,
Gau-Bickelheim – wie lieb ich Dich so sehr.
:Wer Dich gesehn – ist ganz von Dir besessen
Und trinkt das nächste Mal bestimmt noch mehr!:

4. So ist es schon von alters her – jahraus – jahrein.
Und keinem fällt’s besonders schwer – so muss es sein.
Die Sorg lässt gern zu Haus – man trinkt den Wein.
Und jeder denkt – es gibt nur ein Gau-Bickelheim.

Gau-Bickelheim – Du – Perle von Rheinhessen,
Gau-Bickelheim – wie lieb ich Dich so sehr.
:Wer Dich gesehn – ist ganz von Dir besessen
Und trinkt das nächste Mal bestimmt noch mehr!:
(angelehnt an Franz Josef Spang; Mel.: Mein liebes Mainz)“

Suchst heute Du – solch – schönes Leben
zeigt Dir auch hier – die Realität – recht schnell
solch Zeiten Lauf suchst – heute – Du vergebens
weil auch der Winzer heut ist „time is money‘s“ G‘sell

Gen Süden steigt Rheinhessisch Hügelland erhaben,
zum Schwarzenberg erhebt das Hügelland sich sanft
An Felder Ernte hier – Du – konns‘t Dich laben
Und stopfen Dir mit Wollust Leib und Wanst

Bei Wind dreht heut – dort – manches Windrad Blatt
weit über Wissberg’s Spitz – zum Himmel – steigen hoch sie auf
produzieren so – zu unpassenden Stunden – ein oder’s andre Megawatt
wie lang wird dieser Asparagus Segen
den Anlegern die Taschen füll’n – Mammon geben
bis neue Technik – doch auch Metalles – steter Lauf
oder gar neuere Gesetze – die Goldesel wohl bremsen aus
Rückbau wird vielen dann zu teuer – und Rost frisst wohl die Spargel auf?

Da fällt mir ein – ein – „Spruch der Cree-Indian“
„Erst wenn der letzte Baum gefällt
und betoniert ist alles Land
der letzte Fluss vergiftet dann
der letzte Fisch gefang‘n – ‚s letzte Wild – gebannt
hoff‘ nicht, dass müssen wir erkennen
dass man sein Geld nicht essen kann“

Von Ferne winkt – der Kreuzkapelle Stille
Verkündet weit hinaus – ins ferne – Land
Das dieser Ort entstand durch Gottes Wille
und seine Kirch stets hehre Heimstatt fand

Ihr Glöcklein läutet – nur an hohen Tagen
sonst trägt Martinus – Glockentöne – weit hinaus sie – in das Land
wer an Gott glaubt, der kann hier sein Leben wagen
wer nicht, der hat vielleicht gebaut auf Sand

Durch Diesen Ort fließet sanft und still
des Wiesbachs Wasserlauf dahin
die Kreuzkapell – von fern – kommt schnell in deinen Sinn
der Menschen Sicherheit – Nepomuk stets gerne – uns – gewähren will

Wie oft hab Opa – ich wohl – einst begleitet
strich sanft mir über Wang und Haupt
des Montags früh und in der Woch
wenn er zum Wiegehäuschen uns geleitet
Wutz – Kalb – und Rind wurd – dann gewogen
Weil er – sein‘ 10er Stumpen – hat geraucht
Ha’m wir am Schwanz sie rausgezogen
auch wenn danach wir streng geroch‘

(67
“ opatschi solche Pferde wollt ich nicht“!
Hat Opa mir dereinst versprochen)

Von Feld und Reben – gar -herrlich bist umgeben
Du liegst im Tale – breit und schön verteilt
im Norden sich des Wissberg´s Höhen – sanft erheben
auf dessen Reben – lang – die Tagessonn´ verweilt

In Dir einst meine Wieg – im Haus von Opa Willi – stand
jahrzehntelang durft – Anerkennung, Unglück, Freude, doch auch Glück – erleben
gered’t hab selten ich – nach Eurem Mund
hab auch gesehen hier – viel tausend schöne Stund’t
und weil ich hier wohl meine – schönste -Heimstatt fand‘
möchte gern mit Euch mein Glas erheben

Verlasse ich jedoch wie jeder hier – dereinst mein Haus
weil Zeit zu geh´n ist angesagt
trägt mit den Füßen „first“ – man mich hinaus
den Blick auf meine Hülle Euch verwehr
im Leben habe viel gewonnen – jedoch wohl auch zu viel gewagt
zu viel ist – hier – mit mir gescheh´n
deshalb den letzten Gang werd’t’ hier nicht gehen
und auch nicht ruhen hier – in dieser ach so schönen Erd´

(©G. J. Wagner, 03.02.2018)

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