Stellungnahme an den CDU Vorstand

Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 1967 fühle ich mich der Union verbunden.

War bis 1998 aktiv in verschiedenen Parteigliederung in Öffentlichkeits- und Führungsarbeit stark eingebunden.
Berufliche Veränderungen machten dann eine Abkehr vom Ehrenamt zwingend notwendig.

Doch was Merkel uns wertkonservativen Mitgliedern seit Amtsantritt zumutet, spottet jeder Beschreibung.

Der absolute Höhepunkt ist jedoch ihre Politik eines „weiter so“, welche sie aus rein opportunistischen Gründen und zum Erhalt ihrer „Macht“ missbraucht.

Es ist für uns Mitglieder nicht nachvollziehbar, wie es die heutige Führungsmannschaft der CDU zulassen kann, so am Nasenring durch die Manege geführt zu werden.

Die Wahlen haben doch klar gezeigt, wohin die CDU, Dank ihrer heutigen Vorsitzenden, treibt.
Die SPD hat´s vorgemacht, und wir steuern in die gleiche Richtung.

Dringend notwendige politische Entscheidungen werden ausgesessen, oder aber so grottenschlecht getroffen, dass es um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes und unserer Nachkommen schlecht bestellt ist.

Ob Energiewende, Banken-, Euro-, Griechenland-, sonstige Schuldnerstaatenrettung, Migration, Grenzöffnung, Flüchtlingspolitik, oder jetzt die Vereinbarungen zu Industrie 4.0 und Digitalisierung zeigen eine deutliche Sprache.

Politische, fach- und sachliche, Analphabeten stricken mit heißer Nadel, ohne jegliche Grundzüge von erfolgreicher Projektarbeit zu beachten.

Hat sich je einer innerhalb der Union die Mühe gemacht zu allen Themen, Best- und Worst – Case Szenarien vor Planung und Umsetzung entsprechender Beschlüsse zu veranlassen oder durchzuführen?

Wir reden im Rahmen der bevorstehenden wirtschaftlichen Veränderungen im Bereich der Digitalisierung und Einführung Industrie 4.0 von einem voraussichtlichen Arbeitsplatzabbau zwischen 40 und 60% bestehender Arbeitsplätze, welche nur marginal durch die Entstehung neuer ausgeglichen werden können.

Und natürlich benötigen wir Facharbeiter, jedoch keine Mitarbeiter aus bildungsferner Migration, wie uns die „große“ Vorsitzende immer weismachen wollte.

Tatsächlich wird es mindestens zwei Generationen dauern, bis sich die seit 2014, gesetzlich höchst umstritten, ungebremst einströmenden „Asylanten“, tatsächlich überwiegend Wirtschaftsflüchtlinge, in unsere Gesellschaft und Wirtschaft integrieren werden können, so diese es denn – Beispiele siehe türkischstämmige Migration – überhaupt zulassen und nicht in Parallelgesellschaften abrutschen.

Diese ungesetzliche und rechtlich äußerst umstrittene ungesteuerte Grenzöffnung verändert unsere Gesellschaft. Ja, und wie Peter Scholl-Latour zu Recht ausführt, wird es zu einer Nivellierung unseres heutigen gesellschafts-und wirtschaftspolitischen Niveau analog des der Migrantenherkunftsländer kommen.

Weiter absinkende Reallöhne sind deshalb ganz normale Folgen, da es zu einen Anstieg des Arbeitnehmerangebots, bei gleichzeitiger Absenkung der Nachfrage kommen wird.

Binnen der kommenden drei bis vier Jahren werden wir etwa 3,5 bis 4 Millionen Arbeitsplätze, wegen der Digitalisierung, verlieren, ganz zu schweigen von den Millionen Arbeitsplätzen die wir bei vollständiger Nutzung der digitalen Möglichkeiten bis 2025 verlieren.

Und natürlich werden dann ganz andere Ansprüche an unsere Mitarbeiter gestellt werden.

Bildungsferne Mitarbeiter geraten dann ganz ins Abseits, weil gerade auch in den Bereichen Einzel-, Großhandel, Banken, Versicherungen, Industrie die Elektronik verstärkt Einzug hält und besagte Arbeitsplätze überflüssig macht.

Ich habe bereits seit Beginn meiner beruflichen Tätigkeit immer wieder die Erfahrung machen dürfen, dass die zunehmende Elektronik und Datenverarbeitung, einschl. Digitalisierung und Industrie 1.0 – 4.0, unsere Arbeit deutlich anspruchsvoller gemacht und Arbeitsplätze im großen Stil vernichtet hat.
Aufgrund meiner Tätigkeiten in den Bereichen Fertigungs-, Qualitäts-, Serviceoptimierung, Wertanalyse und Design to Cost Aktivitäten, wurden, zum Erhalt von verbleibenden Arbeitsplätzen innerhalb der EU und NAFTA, Aktivitäten erbracht, die im Mittel 25 bis 45% der bestehenden Arbeitsplätze vernichtet, oder aber nur aufgrund der Substitution der bestehenden, mittels Umsatzerweiterung zumindest z.T. erhalten, wurden.

Nur, wirtschaftlicher Aufschwung wird mit zunehmendem internationalem Wettbewerb, immer schwieriger und teurer, aufrecht zu erhalten.

Mag sein das man mich als Pessimisten verschreit.

Doch meine Arbeit zeigt auf, dass wir noch nicht einmal am Anfang der Umsetzung bestehender Gestaltungsmöglichkeiten angelangt sind.

Gerade bin ich an der Planung neuer Produktionssysteme in unserer Industrie und diese lassen erkennen, dass hier „Arbeitsplatzoptimierungsmöglichkeiten“ ergeben, welche zu einer bis zu 600 Prozent höheren Effizienz in einem Industriebetrieb führen. Heißt nichts anderes, als dass zukünftig von heute sechs Arbeitsplätzen gerade mal einer verbleibt.

Wieviele Arbeitsplätze im Einzel- und Großhandel werden bei konsequenter Umsetzung vorhandener Digitalisierung und Technologie wohl zum Umsetzungsende noch gegeben sein, 30 bis 40%, oder 15 anstatt heute 32 Millionen?

Konsequent umgesetzt, wird am Ende, wenn überhaupt lediglich ein Mitarbeiter je Einzelhandelsunternehmen verbleiben.

Automatische Regalbeschickung, Abrechnung und Bezahlung über inteligente, im Einkaufswagen befindliche Abrechnungssysteme, bringen es mit sich das, wenn überhaupt, nur noch ein Mitarbeiter eine oder mehrere Anlagen, Betriebe überwacht.

In den 70/80er Jahren konnte ich in unserem Kreisverband durchsetzen, dass zu den damals anstehenden Problemen, ein- bis zweimal je Quartal, Klausurtagungen erfolgten, die entsprechende Empfehlungen an die Parteiführung aussprach.

Nur, heute, wo es zwingend erforderlich wäre sich den Zukunftsthemen zu stellen erleben wir de facto politischen Stillstand.

Das ist nicht mehr meine politische Heimat, tut mir leid.

Die Merkel CDU ist nurmehr mit den im Duden abgebildeten Adjektiven für Opportunistisch – angepasst, chamäleonartig, prinzipienlos, wetterwendisch; konformistisch; gesinnungslos – zu beschreiben.
Ich werde der Führung noch wenige Zeit einräumen um Aussagen zu den Zukunftsthemen zu treffen.

Ein „weiter so“, mit gewohnt opportunistisch geprägtem Aussitzen werde ich dann mit meinem Austritt aus der CDU quittieren, und hoffe darauf, dass es die heute noch schweigende Mehrheit innerhalb der Union mir gleichtut.

Das was nötig wäre, ist eine deutsche und europäische Zukunftsthemendiskussion auf allen Parteiebenen.

Wie gehen wir mit dem dann auftretenden Arbeitsplatzmangel um, wie mit der, dann für viele unserer Mitbürger fehlenden „persönlichen Daseinsberechtigung“, wie mit der Finanzierung von Arbeitslosigkeit, Sozialversicherungs- und Rentenversicherung?

Wie wollen wir bei zehn – und mehr Millionen fehlenden Arbeitsplätzen die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen und laufende gesellschafts- und allgemeinpolitischen Aufgaben finanzieren?

Müssen wir uns Gedanken über neue Berufstätigkeitskonzepte, bei verringerter Arbeitszeit, bei zumindest gleich hoher Bezahlung Gedanken machen, oder lassen wir es zu, dass amerikanische Beschäftigungsmodelle, mit Zweit- und Drittjobs und Arbeit bis zum tödlichen Zusammenbruch, Einzug bei uns halten?

Müssen wir alternative Entlohnungs- und Sozialversicherungs-, Rentenfinanzierungssysteme entwickeln um soziale Spannungen zu vermeiden?

Müssen wir nicht zwingend notwendig eine bessere Familienpolitik, bei deutlicher Aufwertung des Elternjobs gestalten, um zum einen uns der Alterung unserer Gesellschaft stellen, aber auch und vor allem den Kindern zu ermöglichen eine gesunde und gute Ausbildung im intakten Elternhaus, und ohne Armutsängste zu erleben?

Was geben uns unsere Werte für unseren gesellschaftlichen Umgang vor?

Ist es zukünftig weiterhin opportun lediglich seinen Ellenbogen zu vertrauen, oder sind wir nicht unserer Umwelt und Gesellschaft zumindest genauso verpflichtet wie dem Eigennutz?

Wir stehen an der Weggabelung einer neuen wirtschaftlichen und sozialen Revolution. Wenn wir wollen, dass uns diese nicht unvorbereitet, analog der zum 19ten Jahrhundert überrollt, müssten wir uns diesen Themen bereits vor zehn, nein, 20 bis 25 Jahren gestellt haben. Jeder Tag der ohne eine Beschäftigung mit den anstehenden Fragen vergeht, ist einer mit gravierender Auswirkung auf unsere und unserer Nachkommen Zukunft.

Zeit, dass sich unsere politischen Parteien auf ihren grundgesetzlich vorgeschriebenen Auftrag, politische Willensbildung zu betreiben, besinnen. Nur darin besteht derer, und unserer CDU/CSU, Daseinsberechtigung.

Natürlich können wir es uns als Christen auch einfach machen, sagen Gott wird es schon richten.

Doch Jesus hat uns gezeigt, dass wir uns als Christen unserer Verantwortung selbst zu stellen haben. Mit,“ gehet hin in alle Welt und machet Euch die Erde untertan“, zeigt er uns klar unsere Verantwortlichkeit auf.

Tun wir das, wie wir es seit über einem Jahrzehnten erleben, nicht, bzw. so grottenschlecht, dann versündigen wir uns an uns selbst und an unseren Nachkommen.

Tut mir leid, aber eine andere Reaktion sehe ich aus den beschriebenen Gründen leider nicht.
Mit freundlichem Gruß
Gisbert J. Wagner

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