Eingemauert

Wie oft schaut ich hier – durch die engen Zinnen
doch sah nicht allzu oft – ich – einmal schönes Land
Während die Zeit mir eiligst tat verrinnen
ich weder Ausweg noch die richtge Antwort fand

Des Atmens schwer – Dank – feuchter, dumpfig, modrig, schwerer – Luft
hab abgekämpft mich – stets gerungen – tief im Innern fest mit mir
allein was blieb nach alle dem – das ist ein unschön, stinkend, harter Duft
und trotzdem sitz – nach all den schweren Jahren – ich doch stets noch hier

Im Auge des Betrachters liegt es – wie wir alle wissen
dass analytisch alles – und ein jedes – hinterfragt
ganz oft auch hindert – uns – jahrzehntelang geformt Gewissen
daran, dass man den Aus- und seinen Aufbruch wagt

Hält uns der „schöne“ Schein in seinem Bann gefangen
weil unsre Seele uns – hält – fest – in ihrem Bann
wenn unsrer Tränen Nässe fest gerannen
der Mut verging uns und der Schein gewann?

Wie oft hab´ ich mir vorgenommen
zu gehen, da das Ende längst erreicht?
Doch wieder ist ein Jahr verronnen
Mut und Verstand – hab´n wieder einmal – nicht gereicht.

Abwegig sieht so mancher mein Bestreben
zu richten grad, was ungrad´ ist in meinem Sein.
Manch einer hat´s vorausgesehen
das folgte ich manch schönem Schein

Der Seele Not, kaum einer kann – dies anerkennen
treibt uns zu Dingen die uns stetig sauern
treiben hinweg uns – von so manchem hehren Ziel – ganz weit
weil wir in Dinge uns – in unsrem Wahn – verrennen
tun wir in scheinbar heile Welt uns mauern
während dort draußen brennt der Puls der Zeit

Im Turm dieser – Verzweiflung – bin ich immer noch gefangen
habe ich mich wirklich – selbst – da eingesperrt
weil Demut ich nicht ließ ans Herz gelangen
wird mir die Rettung heute immer noch verwehrt?

Wie schön heißt es in altem Munde
gar viele Wege münden in dem alten – schönen – Rom
wie gerne glaubt ich einst – der schönen Kunde
weil sitz hier ich- in meinem – dunklen, kalten Dom

Nacht – meine Nacht, zeig endlich mir der Wahrheit Glanz
weiß auf den Weg – der Hilf und Ausweg – mir verspricht
der ich dich doch an meinem – Horizont bereits gesehen
damit ich meiner Stärke mich besinne, vertraue meiner Kräfte ganz
verschaff mei´m Wissen – Erfahren – Handeln – notwendiges Gewicht
damit ich lasse endlich das geschehen
was meiner Menschenwürde – der Natur – und meiner Pflicht – so sehr entspricht!

So steh ich auf – nun – endlich will besinnen
mich – auf all die Tugenden die ich dereinst so lang gelebt
Steig freudig nun herab von meines Turmes Zinnen
auch wenn mein Herze mir – doch auch noch – so sehr erbebt

Herr lass mich Licht am End des Tunnels – endlich sehen
lass Deine Cherubim geschützt geleiten mich ganz sanft
und lasse bitte nicht – mich – so von dieser Erde gehen
bevor ich nicht erfüllt hab meines Lebens – Deinen – Auftrag ganz

(©G. J. Wagner, 16.02.2018)

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