Was ich über Dieselfahrverbote in deutschen Städten denke

Betrachtet man sich die Städte um die sich die Anfangsdiskussion über Diesel Fahrverbote dreht, wird sehr schnell deutlich, dass es neben Feinstaub und NOX Ausstoß, nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden, Schummeldieseln, viel gravierendere weitere Ursachen für die Nichteinhaltung der Feinstaubwerte gibt.

Diese sind, neben den allseits diskutierten Gründen jedoch überwiegend dadurch begründet, dass Bundes-, Landes- und städtische Raum- und Verkehrsplanung gravierende Fehler aufweisen.

So z. B. alle diskutierten und jetzt mit Diselverboten in der Innenstadt bedrohten Städte engmaschig von Autobahnen und Industrieanlagen, zumindest genauso verpestet werden wie vom städtischen Individualverkehr.

Darüber hinaus Bundes-, Landes- und Stadtschwerlastpolitik den unsäglichen Fehler machte es zuzulassen, dass es heute de facto „keinen“ Schienenschwerlast-/Schienenfernlastverkehr mehr gibt. Hunderttausende stinkende LKW’s täglich, mittlerweile, Dank weitestgehendem osteuropäischen Betrieb, zu den größten Dreckschleudern gehörend, unsere Landschaften und Städte zu rollenden Zwischenlagern werden ließen, weil zuvorderst der Bund eine verfehlte Verkehrspolitik, auf dem Rücken der Gesundheit seiner Bürger betreibt.

Feinstaub- und NOX Belastungen steigen naturgemäß an stark frequentierten Messpunkten an. Dabei spielt natürlich eine Rolle wie hoch bereits die dortige Grundbelastung, eben durch Dreckschleudern von Industriebetrieben und vorbeifahrenden Autobahnen, überdurchschnittlich mit LKW belastet, ohne den Individualverkehr ist.

Natürlich ist es inakzeptabel was sich die Automobilindustrie, jedoch unter dem Deckmäntelchen deutscher Politik – nicht umsonst wurde der ehemalige Bundesverkehrsminister Mathias Wissmann (CDU) Vorsitzender des größten Automobillobbyverbandes -, leistete.

Das diese nicht zur Beseitigung ihrer Betrügereien verpflichtet wird,  ist eben, Dank der Verquickung deutscher Politik mit dem Lobbyverbänden – Korruption lässt grüßen – die größte Schande und der größte Betrug, aber eben nicht das größte Problem beim Thema NOX und Feinstaub, allenfalls der letzte Tropfen, welcher das Faß zum Überlaufen brachte.

Die Bundesverkehrsminister der letzten Jahrzehnte, allesamt Speichellecker der Speditions- und Automobillobby, haben dafür gesorgt, dass von dem Speditionsgewerbe heute, quasi unumkehrbar, die Autobahnen und Fernstraßen übernommen wurden.

Dabei wurde seitens der Bundespolitik alles unternommen, siehe Ansiedlung von Speditionsbetrieben in direkter Nähe von Autobahnkreuzen, oder dem großzügigen Ausbau der Park- und Rastanlagen der Autobahnen, um den Schwerlastverkehr auf der Straße zu halten.

Anstatt in Schwerlastverkehr auf Schienen zu investieren, neue, geräuschreduzierte Schienenstrecken zu bauen, wurde lieber in aufwendige Mauterfassungssysteme, „schlaf- und gefahrenssichere“ überdimensionierte Park- und Rastplätze – nicht alles, dass dort noch Dachanlagen und Heizungen installiert werden, doch wer weiß was da noch als Nächstes kommt -, noch mehr „Stand“spuren auf Autobahnen investiert. Nur um hinterher festzustellen, dass die Anzahl der LKW Parkplätze immer noch nicht ausreichend vorhanden sind und es deshalb bei jeder Auffahrt zu Tank- und Rastanlagen zu ganz erheblichen Gefährdungslagen durch kreuz- und querstehende LKW’s kommt.

Dabei wäre es ein Einfaches gewesen, zumindest den Fern-Schwerlastverkehr von der Straße zu holen, und damit das Groß der Lärm-, NOX-, Feinstaub- und gesundheitsgefährdenden Emissionen ganz erheblich zu reduzieren und den Autobahn-/Fernstraßenverkehr sicherer zu machen.

Oder aber mittels fiskalisch gerechterer Bewertung der Emissionsbelastung dafür zu sorgen das Schiffs-, Schwerlastferntransporte entsprechend derer ökologischer Folgen teurer werden als beispielsweise Nahtransporte. Die fehlende notwendige Berücksichtigung, unter anderem, der Sozial- und Ökobilanzen hat doch erst zu den heutigen Verwerfungen durch eine sogenannte Globalisierung, die in Wirklichkeit doch nur eine „neoliberale“, de facto jedoch eine marktradikale Kapitalgesellschaft ist, geführt!

Doch dazu Bedarf es der freien und von Lobbyverbänden unabhängiger, andere würden sagen korruptionsfreien und unbeeinflussten,  Entscheidungen politisch Verantwortlicher.

So überlässt man es lieber der juristischen Exekutive Fakten zu schaffen, die vor allem eines im Auge haben, nämlich den „dummen, kleinen, unmündigen“ Bürger dort zu treffen wo es am meisten schmerzt und ist sich dabei sicher, dass diese „Spezie“ weiterhin die gewohnte gemolkene Kuh spielt, wie man es von dieser „Spezie“ seit Jahr und Tag nicht anders kennt!

Weil es eben leichter ist ein paar „dumme, duldente“ Individuen zu belasten als eine mit allen Wassern gewaschene Lobby!

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